Dauerausstellung

Im Museum Burg Falkenstein erfolgten in den letzten Jahren aufwendige Sanierungen der Burgräume. Die Ausstellung zeigt sie in ihrer historischen Nutzung mit dem zugehörigen Inventar.
Eine moderne Präsentation widmet sich der Geschichte des Falkensteins und seiner Bewohner, dem „Sachsenspiegel“ als bedeutendstem deutschsprachigen Rechtsbuch des Mittelalters und der Burg als eindrucksvolle Filmkulisse.

Ausstellungsbereiche


In ihrer 900-jährigen Geschichte wurde die Burg Falkenstein mehrfach umgebaut. Nicht selten wandelten sich Raumstrukturen und Nutzung. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ließ Graf Friedrich von der Asseburg-Falkenstein die Burg umfassend instand setzen.

Unter der Regie der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt erfolgten seit 1996 aufwendige Sanierungen. Zum großen Teil wird in den Räumen wieder ihre historische Funktion erlebbar. Das gilt besonders für die spätgotische Alte Küche und die Burgkapelle mit dem hochmittelalterlichen Glasfenster. Daneben erfuhr der Rittersaal die augenfälligste Erneuerung. In ihm wurden farbige Malereien aus dem beginnenden 20. Jahrhundert freigelegt.
Die Zimmerflucht im Nordflügel – Schwarzes Zimmer, Kleiner Salon und Herrenstube – wurde im 19. Jahrhundert durch den preußischen Architekten Friedrich August Stüler im Stil der Neogotik gestaltet. Diese Phase ist heute in den Königszimmern in einer rekonstruierten Form zu sehen. Ursprünglich standen sie dem König von Preußen bei seinen Besuchen auf dem Falkenstein als Wohnräume zur Verfügung.

Den Grundstock der Sammlung legte Graf Ludwig I. von der Asseburg-Falkenstein bereits im 19. Jahrhundert. Ein großer Teil des heute ausgestellten Interieurs stammt aus dem gräflichen Schloss im nahen Meisdorf sowie von der Burg selbst.


Der Falkenstein verkörpert 900 Jahre Geschichte. Dabei erlebte er Phasen der Blüte sowie Perioden des Niedergangs. Im Lauf der Zeit wurde die Burg den Bedürfnissen ihrer Bewohner angepasst. Daher rührt die faszinierende Vielfalt der Architektur: Von romanischer Bausubstanz über die spätgotische Kapelle, von der Renaissance bis zum Historismus. Massives Bruchsteinmauerwerk geht einher mit Fachwerk, mittelalterliche Ringmauern treffen auf Wohngebäude aus verschiedenen Jahrhunderten.

Zwei Familien prägten diese Entwicklung: Im hohen Mittelalter errichteten die Herren von der Konradsburg die Anlage und bestimmten nun als Grafen von Falkenstein ihre Geschicke. In der Mitte des 15. Jahrhunderts ging die Burg an die Herren von der Asseburg. Mit Erweiterung der Wehranlagen sowie prägenden Umbauten formten sie die Gestalt der Burg zu dem Bild, das sich dem Besucher bis heute bietet.

Die wechselvolle Geschichte des Bauwerks und seiner Eigentümer thematisiert diese Ausstellung. Ein Architekturmodell veranschaulicht die letzte Ausbauphase um 1750. Im Lapidarium sind Spolien aus der Baugeschichte der Burg zu sehen. Das wichtigste Objekt der Ausstellung bleibt aber die faszinierende Burganlage selbst!

Auf dem Weg zur Burg Falkenstein bietet sich Ihnen ein bleibendes Bild. Ihr Blick trifft auf die 17 Meter hohe und vier Meter starke Schildmauer. Darüber thront der Bergfried in ungewöhnlicher Form. Der Grundriss ist tropfenförmig. Seine Spitze richtet sich nach Osten gegen die Angriffsseite. Im Burghof sind die Bauphasen des Bergfrieds erkennbar. Augustus I. von der Asseburg ließ den Turm 1592 um knapp acht Meter aufstocken. Von diesen Arbeiten zeugt eine sichtbare Inschriftentafel. An ihrer Stelle befand sich vermutlich der mittelalterliche Eingang.

Gleich hinter dem heutigen Übergang befindet sich in der untersten Ebene des Bergfrieds das „Angstloch“. Die Öffnung gibt den Blick frei in das Verlies im Fuß des Turmes. Namentlich bekannt sind zwei Insassen: 1607 saß der Gattenmörder Stüler ein. 1779 wartete die Kindsmörderin Marie Elisabeth Voigtländer darin auf ihren Prozess. Von der begehbaren Plattform, etwa 23 Meter über dem Pflaster des Burghofs, entschädigt die fantastische Aussicht in das Selketal für den mühevollen Aufstieg. Bei gutem Wetter reicht der Blick bis zum Brocken.

Mit dem „Sachsenspiegel“ entstand zwischen 1220 und 1235 das bedeutendste deutschsprachige Rechtsbuch des Mittelalters. Seine Geschichte steht eng mit der Burg Falkenstein in Verbindung.
In der Vorrede wird Graf Hoyer II. von Falkenstein als Förderer des Werks und seines Verfassers Eike von Repgow bezeichnet:

„Nu danket al gemene
deme van Valkenstene,
De greve Hoier is genant,
dat an dudisch is gewant
Dit buk dorch sine bede:
Eike van Repchowe it dede.“

Nun danket alle zusammen
dem Herren von Falkenstein
der Graf Hoyer genannt wird,
dass dieses Buch auf seine Bitte
in deutscher Sprache verfasst ist:
Eike von Repgow hat es getan.

Der „Sachsenspiegel“ ist nicht nur ein Meilenstein der Rechtsgeschichte sondern auch eine unerschöpfliche Quelle der Forschung. Die vier Bilderhandschriften des „Sachsenspiegels“ stellen neben rechtlicher Symbolik eine Vielzahl von Alltagsgegenständen und Zusammenhängen der mittelalterlichen Welt dar.

Über Jahrhunderte hinweg beeinflusste das Buch das Recht weiter Teile Mittel- und Osteuropas.

Viele der Rechtsgrundsätze aus Eikes Zeit sind uns bekannt. Sie haben Eingang in das heutige Rechtsverständnis gefunden. Jeder Hausbesitzer weiß, dass er sein Regenwasser nicht auf fremden Grund versickern lassen darf. Jeder kennt den Streit um die Früchte, die in Nachbars Garten hängen. „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst!“ Auch dieses geflügelte Wort stammt aus dem „Sachsenspiegel“.

Sonderausstellung „Falkenstein als Filmkulisse“ (2018–2020)

Die malerische Lage, die originalgetreue Ausstattung und ihr guter Erhaltungszustand hat Burg Falkenstein von jeher als Filmkulisse prädestiniert.
Seine erste Hauptrolle spielte das Gemäuer schon 1978 in der beliebten Kinderserie „Spuk unterm Riesenrad“. Danach siegte vielfach das Gute über das Böse in Märchenverfilmungen wie „Schneeweißen & Rosenrot“ oder „Prinz Himmelblau und Fee Lupine“. 2015 jagten Fritz Fuchs und sein Hund Keks „Das Gespenst von Greifenklau“ durch die Gänge. Spannend wurde es 1980 in der Polizeiruf-110-Folge „Die Entdeckung“, und 2001 ritten in der großen MDR-Produktion „Geschichte Mitteldeutschlands“ die Film-Kaiser Otto I. und Heinrich IV. durch die mächtigen Tore des Falkensteins.

Erleben Sie die Burg in einer Sonderausstellung aus dieser ganz besonderen Perspektive! Währenddessen werden die kleinen Geschichtenfans in der Märchenstube selbst zu Prinzessinnen und Prinzen, Zwergen oder Hexen, und bestehen ihre eigenen Abenteuer.
Und im Kellergewölbe erzählt das Rumpelstilzchen die Geschichte, wie es einst der Müllerstochter aus einer misslichen Lage half.